Praktikum mit Folgen

 

Völlig in Arbeit vertiefte Schüler, die ungern Pause machen,

freiwillig sehr früh aufstehen und sich gern die Hände

schmutzig machen - so etwas gibt es nicht? Doch es gibt sie!

Jedes Jahr während des Schülerpraktikums machen

die Neunt- und Zehntklässler der Gesamtschule Schönefeld

diese erstaunliche Metamorphose durch.

 

Das diesjährige Praktikum fand vom 8. bis 19. November statt.

Alle hatten sich große Mühe gegeben, waren bestens vorbereitet

und den meisten hat ihr Einsatz gefallen.

Die Schüler hatten den geregelten Schulalltag verlassen

und mussten probeweise in der Arbeitswelt zurechtkommen,

wo sie einen guten Einblick in die Aufgabenbereiche der einzelnen

Berufsgruppen erhielten. Sie konnten überprüfen, ob die Vorstellungen,

die sie von einem Berufsbild haben, auch der Realität entsprechen

und ob ihr Berufswunsch das Richtige für sie ist.

Es kommt vor, dass Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander

klaffen und dann gibt es auch mal Probleme. Doch meistens beweisen

uns unsere Schüler, dass sie sich ihre Praktikumsplätze gut aussuchen.

 

Zum Beispiel William, er macht zum zweiten Mal sein Praktikum

in einer Kindereinrichtung. Ein Junge im Kindergarten?  Dieses  Mal

hatte er die Kita „Robin Hood“ in Waltersdorf gewählt.

Die Leiterin, Frau Peter, ist begeistert. So einen umsichtigen Praktikanten

hatte sie schon lange nicht. Die Kinder basteln, spielen und toben mit

William, weichen ihm nicht von der Seite. Hat er Feierabend, fragen sie:

                                      Wann kommt Willi wieder?

        

 

Oder Christoper, etwas lustlos hat er sich auf die Suche nach einem

Praktikumsplatz gemacht. Sein Berufswunsch stand doch fest:

Er will Koch werden. Nachdem er bis zuletzt noch keine passende Firma

gefunden hatte, vermittelte die Schule ihn an eine Fensterbaufirma

in seinem Wohnort. Das gab ein Durcheinander.

Allerdings im positiven Sinne. Kochtopf, adé! Christopher hat seine Vorliebe

für das Handwerkeln und die frische Luft entdeckt.

Da sage mal noch einer, so ein Praktikum sei nur Kinderspielerei.

 

Monique hat auch lange gesucht. Sie möchte Bürokauffrau werden.

Durch einen Tipp der Elternschaft ist sie bei der Firma Cleanaway

in Berlin Rudow gelandet. Dort lernte sie die Arbeit einer

Großhandelskauffrau kennen. Die Chefin, Frau Schäske, ist so begeistert,

dass sie ihr angeboten hat, in den Ferien gegen Bezahlung hier

arbeiten zu können. Ein Praktikum mit Folgen also.

 

Das sind sie, die Sternstunden eines Lehrers:

Zufriedene Schüler, Eltern und Betriebe.

Letzteren sei nochmals an dieser Stelle ein großes Dankeschön ausgesprochen.

Ohne ihre Kooperation und Mühe wären diese sinnvollen Praktika nicht möglich.

 

 

                                        Frau Merten & Frau Bräunlich

                                     Lehrer der Gesamtschule Schönefeld